Als ich mich auf diesen Weg begab, mein Bewußtsein zu erweitern, begriff ich nur allmählich, daß es unter anderem auch darum geht, den eigenen Willen an das Göttliche Selbst abzugeben.
Ich stand starr und staunte, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man überhaupt leben kann, wenn man keinen eigenen Willen hat.
Beim Menschen ist alles vom Willen abhängig. Mit dem Willen steuern wir unser Lebensschiff. Und diesen Willen aufzugeben, das kommt uns im ersten Moment so vor, als könnten wir dann morgens nicht mal aus dem Bett kommen, weil wir das ja willentlich tun. Wir haben einen Wecker, müssen also zu einer bestimmten Zeit aufstehen…
Wie macht man das nur, wenn man jetzt keinen Willen mehr hat?
Es bedeutet keineswegs, daß wir dann im Bett liegenbleiben würden. Wir schlafen nur ohne Wecker so lange, bis der Körper ausgeruht und bereit ist, seine Funktion wieder zu erfüllen. Alle Teile von uns hören auf, nach dem Willen zu funktionieren, der ja keine Ahnung hat und nicht weiß, was z. B. der Körper weiß. Wir denken, daß wir zu einer bestimmten Zeit aufstehen müßten, ohne zu wissen oder zu fühlen, ob der Körper die Anstrengungen von gestern bereits ausgeglichen hat. Unser Körper weiß das, der Wille jedoch nicht, denn der wird vom Verstand gesteuert und der sagt: Es gibt keine Alternative, du mußt aufstehen, sonst kommst du zu spät zur Arbeit, fliegst raus und kannst dann die Miete nicht bezahlen.
Geben wir unseren Willen an das Göttliche Selbst ab, dann richten wir unser Leben nach und nach völlig anders ein, so daß es weder Wecker gibt noch sonstige Gründe, etwas zu tun, weil man etwas anderes haben will. Kein Mittel zum Zweck mehr, kein Aufstehen, um zu arbeiten, sondern aufstehen, weil man nicht mehr schlafen kann oder begierig drauf ist, etwas Bestimmtes zu tun, weil es Freude im Herzen macht.
Den Willen abzugeben an das, was wir unser Höheres Selbst nennen, verändert unser Leben zum Guten. Oder liebst du es, vom Wecker aus dem Traum gerissen zu werden, gähnend dein Frühstück im Hinauseilen zu essen, weil du einen weiteren Tag zum Nutzen anderer funktionieren mußt?


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