Als die ersten Menschen auf der Erde erschienen, nahmen sie die Merkmale der Dualität an. Die Einheit, aus der sie kamen, konnten sie nicht mehr fühlen. Es gab für sie nur noch das Licht und die Dunkelheit, das Positive und Negative, männlich und weiblich, die Aufspaltung von allem in die Gegensätze.

Auf den tiefsten Ebenen des menschlichen Seins bestimmen energetische Komponenten darüber, mit welcher Seite von zweien er sich identifiziert. Dies entspringt dem Wunsch nach Erfahrungen.

Stellen wir uns ein Bild vor, um uns zu verdeutlichen, worum es hier geht. Stellen wir uns zwei Kugeln vor, eine weiße und eine schwarze, die die Dualität repräsentieren. Jetzt kommt noch eine weitere Kugel ins Spiel, die den Menschen darstellen soll. Sie ist durchsichtig. Abhängig von der Art der Erfahrung, die die Seele sich auf einer höheren Ebene ausgesucht hat, nimmt jetzt die durchsichtige Kugel (Mensch) entweder die Eigenschaften der hellen oder die der dunklen Kugel an. Die Energieverteilung der Merkmale beträgt nun zwei Teile Weiß zu einem Teil Schwarz oder zwei Teile Schwarz zu einem Teil Weiß. Diese energetische Verteilung liefert den entsprechenden Reibungsfaktor, um eine Reihe von Erfahrungen zu durchlaufen. Das Verhältnis der Energien zueinander sorgt dafür, daß die passenden Herausforderungen in des Menschen Leben treten und seine Erfahrungen zufriedenstellend werden.

Daran wird schon deutlich, daß kein Mensch nur gut oder böse ist, denn das Verhältnis beträgt immer ein Drittel zu zwei Drittel. Und so ist klar, daß auch in jedem bösen Menschen noch ein Teil Gutes ist.

Im Verlauf der Inkarnationen kommt es vor, daß die Kugel (Mensch), die zwischen den ein zu zwei Dritteln schwankt, wieder klar wird. Das bedeutet, daß sie sich für eine kurze Zeit im völligen Gleichgewicht befindet, bis sie sich weiter zur anderen Seite bewegt. Wenn der Mensch etliche Inkarnationen auf der Seite der „Guten“ gespielt hat, kommen nach der kurzen Phase des Gleichgewichts die Inkarnationen, in denen er auf der Seite der „Bösen“ spielt. Ebenso schwankt er zwischen weiblichen und männlichen Inkarnationen, einfach um eine Reihe andersartiger Erfahrungen zu sammeln.

Alle paar Tausend Jahre kommt es zu einem Phänomen, Polsprung genannt, bei dem die schwarze und die weiße Kugel ihre Farbe wechseln, denn sie sind ja eigentlich nur Spiegel voneinander. Darauf reagiert der Mensch zuerst höchst verwirrt, doch im Laufe weiterer Inkarnationen gewöhnt er sich daran. Diese Polsprünge treten im Bewußtsein des ganzen Planeten auf, nicht nur im individuellen Wesen. Die Auswirkungen geschehen über Hunderte von Jahren, was wiederum sicherstellt, daß die Erfahrungen, die die Menschen machen, sich immer wieder ändern und letztlich die gesamte Bandbreite des Möglichen umfaßt.

Gerade jetzt zum Jahrtausendwechsel hat wieder so ein Polsprung stattgefunden. Um im Sinnbild zu bleiben: Die schwarze und die weiße Kugel haben wieder einmal ihre Merkmale getauscht, und so ist der Mensch im Augenblick auch wieder sehr verwirrt, weil er nicht mehr klar erkennen kann, wer denn die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind, was richtig und was falsch ist, ob es aufwärts oder abwärts geht.

Es gibt allerdings auch Menschen, die sich dafür entschieden haben, weder das Schwarz noch das Weiß der einen oder anderen Kugel zu übernehmen. Sie entschieden sich für eine Mischform, wir können vielleicht sagen: für ein „Graustadium“. Sie wollen sich nicht für eine klare Polarität entscheiden oder die Eindrittel- zu Zweidrittel-Energiestruktur übernehmen, die andere Menschen für sich angenommen haben. Diese Wesen haben eine tiefgehende und schwierige Rolle übernommen, denn sie bleiben in all der Dualität neutral. Solche Menschen helfen zur Zeit, die Kluft der Polarität zu überbrücken. Es sind die Homosexellen.

Der Zweck ist dabei, über mehr Flexibilität zu verfügen, indem sie im Bereich Energiebalance weniger genau definiert sind. Ihre Aufgabe besteht mehr darin, eine Brücke zwischen Hell und Dunkel zu errichten. Es geht auch darum, ein neues Gleichgewicht zwischen männlicher und weiblicher Energie aufzubauen. Männlich und weiblich ist eines der stärksten Beispiele für Dualität. Diese Menschen, die sich dafür entschieden haben, helfen damit bei der Herstellung eines neuen Entwurfs, der das alte Konzept von Männlich und Weiblich ersetzen wird.

Mit diesem Beispiel der Kugeln wird die Zusammensetzung unserer Energie und die Balance in dieser ungleichgewichtigen Dualität deutlicher. Der Mensch dazwischen sorgt für die Balance und der stete Versuch eines Ausgleichs sorgt für die Kraft, den Antrieb und die Reibung, die wir für unsere menschlichen Erfahrungen benötigen. Dieses Konzept repräsentiert die Art, wie die Energien unseres Wesens „komponiert“ wurde.

In dieser Neuen Zeit, dem Wassermann-Zeitalter wächst die Dualität wieder zusammen. Von daher ist es sicher hilfreich, von diesem energetischen Konzept zu wissen, um besser einordnen zu können, was zur Zeit um uns herum geschieht. Es tobt das Chaos und es wird noch schlimmer. Das ist einfach ein ganz natürlicher Vorgang, den wir einfach geschehenlassen und akzeptieren sollten. Bevor eine Neuordnung eintreten kann, müssen die alten Systeme zusammenbrechen. Es reicht keine Oberflächenkosmetik mehr, wir bauen etwas ganz Neues!